Barbara Wittmann: Halle – IT-Standort mit Perspektive

Die richtige Standortauswahl und -planung sind entscheidend für eine erfolgreiche Ansiedlung eines IT-Unter­­neh­­mens wie Dell. Dabei hat es die IT in vielerlei Hinsicht leichter als etwa die Schwerindustrie oder die Land­­wirt­­schaft, denn sie ist weder von Bodenschätzen noch von besonderen Klima­­be­­ding­­un­­gen abhängig. Für die IT sind vor allem zwei Faktoren wichtig: Infrastruktur und Menschen.

Über beides verfügt die Region Halle, und ist gerade deshalb als IT-Standort gut positioniert. Halle liegt im Zentrum eines der industriellen Kerngebiete Deutschlands, und die Infrastrukur, in die besonders in den letzten Jahren viel investiert wurde, ist ausgezeichnet. Die Stadt verfügt über einen Auto­­bahn­­anschluss von mehreren Seiten, eine ICE-Anbindung sowie einen modernen, voll ausgebauten Flughafen in knapp 30 Kilometern Entfernung. Der Standort Halle war von Anfang an sowohl für die Bedienung des deutschen Marktes ge­­plant als auch für andere europäische Länder. Darüber hinaus arbeiten am Standort Halle Mitarbeiter in europäischen und globalen Projektteams.


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Halle ist aber auch eine Stadt mit einer starken wirtschaftlichen Basis: Als vier­­t­­größte Stadt in den neuen Bund­­es­­ländern liegt Halle im Zentrum einer Region, in deren Einzugsgebiet mit einem Radius von 50 Kilometern 1,7 Millionen und im Radius von 150 Kilo­­metern sogar neun Millionen Men­­­­sch­­en leben.

Am wichtigsten sind jedoch die Mit­arbeiter, denn sie sind für die IT das eigentliche Kapital. Ihre Ideen, Krea­­ti­­vi­­­­tät und ihr Engagement sind wesentlich für den Erfolg eines IT-­­Unter­­neh­­mens, das anspruchsvolle Produkte her­­­­stellt und vermehrt IT-Services und Dienstleistungen vertreibt, die viel Know-­­how und Verständnis erfordern. Gefragt sind also gut ausgebildete, hoch qualifizierte Mitarbeiter. Genau dies kann Halle als Wissenschafts- und Forschungsstandort von internationalem Rang bieten. Die Stadt ist weltweit vernetzt, ist Sitz einer renommierten Universität und Heimat wichtiger For­­schungsgemeinschaften wie Max Planck, Fraunhofer, Leibniz und Helmholtz.

Dazu zählt natürlich auch, dass Halle mit seinen Hochschulen und Fach­­hoch­­­­schulen ein renommierter Wis­­sen­­schafts­­standort ist. Insbesondere die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg bil­­det hier einen regionalen Kristall­­i­­sa­­tions­­punkt für wissenschaftliche Kompetenz, wie er in einer „Wissensgesellschaft“ nun einmal un­­erlässlich ist.
Wissenschaft und Forschung sind immer auch ein Wirt­­schafts­­­fak­­tor. So sind bei­­spiels­­­­weise im Tech­­­­no­­lo­­gie­­park wein­­berg campus so­­­wohl universitäre als auch auß­­er­­uni­­ver­­si­­täre Ein­­rich­­tun­­gen vertreten und bilden hier ein Netz­werk mo­­der­­ner Tech­­nologie, um das sich mit­­t­­­­­lerweile rund 70 forschungs- und technologieorientierte Un­­ter­­neh­­men angesie­­delt ha­­ben. Die Nähe zur For­­schung wird so zum Stand­ort­­­­vor­­teil.

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Zudem ist das Vorhandensein einer „Wissen­­schafts-­­Land­­schaft“ mit Uni­­ver­­sität und Forschung, mit Schulen und Bibliotheken auch für das geistige Klima einer Stadt und damit eines Standorts prägend. Das kommt letztlich allen Un­­ter­­neh­­men zugute, ob sie nun selbst For­­schung be­­trei­­ben oder nicht. Auch IT-­Unter­­nehmen stehen ja nicht jeden Tag und in jeder Ab­­tei­­lung in engem Kon­­takt mit Wissen­­schaft und Forschung; IT bedeutet nicht nur neue, aufregende Tech­­no­­lo­­gien zu entwickeln, sondern erfordert auch, im Alltags­­ge­­schäft zu be­­stehen. Dafür ist das wirtschaftliche Klima eines Stand­­orts wichtig. Un­­ter­­nehmen, die sich in Halle niederlassen, müssen nicht mehr zuerst Pionierarbeit leisten, sondern finden hier eine Wirt­­schafts­­struktur vor, auf der sie aufbauen können.
In Halle haben sich nach der grundlegenden Umstrukturierung in den frühen 90er Jahren zahlreiche Unter­­neh­­men angesiedelt und für einen ausgewogenen Bran­­chen-Mix gesorgt, in dem insbesondere moderne Techno­­lo­gien gut vertreten sind. Mittlerweile ist in Halle jeder zehnte Be­­schäftigte im Be­­reich IT und Medien tä­­tig.


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IT-Standort in der Praxis: Dell in Hal­­le
Seit 2005 konnte sich auch Dell, einer der größten IT-Hersteller der Welt, beim Aufbau seiner zweiten deutschen Nie­­der­­lassung davon überzeugen, dass die Standortfaktoren Halles den Be­­las­­tungen in der Praxis standhalten. Aber so wichtig die Verkehrsanbin­­dung, die Wirtschaftsstruktur und auch die Nähe zur Forschung und das Vorhan­­den­­sein einer Wissens-Kultur bei der Auswahl des Standorts waren, den wesentlichen Faktor bildete letztlich doch das hier zur Verfügung stehende Potenzial qualifizierter Ar­­beits­­kräfte.
Hier wurden schon in der Phase der Anwerbung alle Erwartungen übertroffen. Heute arbeiten in Halle rund 700 Mitarbeiter für Dell. Sie fanden hochwertige Arbeitsplätze in einem global agierenden Unternehmen – Ar­­beits­­plät­­ze, für die sie umfassend trai­­niert und ausgebildet wurden, Arbeits­­plätze, an denen sie sich persönlich und beruflich weiterentwickeln können, vor allem aber Arbeitsplätze, die ihnen die Mög­­lich­­keit geben, in ihrer Region, in ihrem familiären und sozialen Umfeld zu bleiben. Das ist auch in einer globalisierten und virtualisierten Welt wichtig.
Die Ansprüche, die IT-Unternehmen an Mitarbeiter stellen, sind in Halle dieselben wie in jeder anderen deutschen Stadt. Schließlich ging es für Dell um den Aufbau eines Service- und Ver­­triebs­­­­zen­­trums, das die Kun­­den mit hochqualifizierter Be­­ra­­tung für komplexe Produkte und Lösungen unterstützt. Dafür werden gut ausgebildete Mit­­ar­­beiter benötigt, die Ver­­ständ­­nis für tech­­nologische Heraus­­for­­derungen, aber auch für ökonomische Zu­­sammen­­hänge ha­­ben. Eine lebendige Wissen­­schafts-Land­­schaft und eine aktive Wirtschaft, wie sie Halle bietet, bilden dafür eine wichtige Grundlage.
Die positive Entwicklung, die Dell seit 2005 am neuen Standort verzeichnen konnte, hat die hohen Erwartungen ge­­rechtfertigt. Halle hat viel versprochen und konnte alles halten. Die Dell-Nie­­der­­lassung in Halle beherbergt heute die Service- und Vertriebszentren für die Be­­treuung öffentlicher Auftrag­­ge­­ber, für Kunden aus dem Mittelstand, für kleinere Unternehmen und übernimmt zudem den technischen Support für Unterneh­­mens­­kunden, und zwar für Deutschland, Öster­­reich und die Schweiz. Die Aufgaben, die sich dabei stellen, sind überaus an­­spruchs­­voll. Aber genau deshalb war Halle für Dell auch die richtige Wahl.

014402-051118C0511338Die Autorin leitet seit August 2005 als Geschäftsführerin die Dell-Niederlas­­s­ung in Halle. Parallel ist sie als Ver­triebsdirektorin für den Bereich öffent­liche Auftraggeber in Deutschland verantwortlich. Einem Praktikum in den USA folgte im Sommer 1998 der Start ihrer Karriere bei Dell, die sie 1999, nach Abschluss des MBA-Studiums an der University of Texas at Austin, als Bus­iness Development Manager fortsetzte.