Andreas Kellermann: Automotive-Visionen „made in Bremen“

Die Hansestadt Bremen hat eine lange Tradition im Automobilbau. Sie startet mit der Eröffnung der Carl F. W. Borg­­ward Automobil- und Motorenwerke im Stadtteil Sebaldsbrück. Nach dem Ende der Borgward-Ära 1961 und den Zeiten der Nutzfahrzeugproduktion ist hier 1978 der erste Mercedes-Benz Pkw pro­­duziert worden: ein T-Modell der Bau­­reihe 123. Heute fertigen wir acht Mo­­delle mit Stern am Standort – und der sechsmillionste Mercedes-Benz Pkw „Made in Bremen“ ist inzwischen auch schon vom Band gerollt. Mit rund 12.800 Mitarbeitern haben wir uns zum größten privaten Arbeitgeber in der Region ent­­wickelt. Allein in 2011 haben wir 350 neue unbefristete Arbeitsplätze geschaffen.

Leichtbaukompetenz am Standort Bremen:  Der neue SL ist mit seinem innovativen Voll-Aluminiumrohbau  bis zu 140 Kilogramm leichter als sein Vorgängermodell.

Leichtbaukompetenz am Standort Bremen:
Der neue SL ist mit seinem innovativen Voll-Aluminiumrohbau
bis zu 140 Kilogramm leichter als sein Vorgängermodell.

Der Standort Bremen spielt eine wichtige Rolle im Mercedes-Benz Pro­­duk­­tions­­verbund. Wir sind das Kompetenz­­zentrum für die nächste Generation der C-Klasse, die ab 2014 auf die Straße kommt. Aus Bremen steuern wir den Anlauf und die Produktion dieser volumenstarken Baureihe in den Auslands­­werken Tuscaloosa/USA, Peking/China und East London/Südafrika. Bereits heute haben wir Kollegen aus den USA, China und Südafrika bei uns im Werk, die sich hier auf den Anlauf der neuen Baureihe vorbereiten – und zurück in ihren Werken als sogenannte Multi­pli­katoren das Know-how weiter geben.
In den drei Auslandswerken sind wiederum Bremer Automobilbauer unterwegs, um den Anlauf vorzubereiten. Und wir machen parallel dazu unser Werk fit für die Zukunft. Ganz konkret heißt das, dass wir bis 2014 am Standort Bremen über eine Milliarde Euro investieren. Mit der Ausrichtung unserer Mon­­tage auf die nächste Produktgeneration sowie dem Einsatz hochmoderner Tech­­nologien setzen wir hier Maßstäbe in der Automobilproduktion. Vielerorts im Werk verändern und vergrößern wir uns. Unsere Rohbauhalle wächst derzeit auf nahezu das Vierfache und wird nach Abschluss der Bauarbeiten insgesamt 145.000 Quadratmeter groß sein. Gleich nebenan errichten wir eine neue Logis­­tikhalle. Darin werden Strukturteile ge­­lagert, die zur weiteren Verarbeitung direkt an den Rohbau geliefert werden. Wir haben auf dem Werksgelände ein Parkhaus erbaut, das Platz für rund 2.000 Fahrzeuge bietet. Dort können unsere Mitarbeiter parken und Neu­­fahr­­zeuge für das Kundencenter abgestellt werden. Wir haben unseren Versand­­platz im Werk verlegt und vergrößert, so dass er rund 1.000 Fahrzeuge fasst. Auch die Fläche des Presswerks werden wir nahezu verdoppeln und eine neue Großteilstufenpresse installieren. Für den neuen SL, der im Frühjahr dieses Jahres angelaufen ist, haben wir darüber hinaus einen innovativen Voll-Aluminiumrohbau errichtet. Durch den Leichtbau ist der Roadster bis zu 140 Kilogramm leichter als sein Vorgängermodell.

Sie sehen, wir bewegen viel – und haben viel vor. Bre­­men bietet uns dafür sehr gute Rah­­men­be­­­­dingungen. Nicht zu­­­­­­­letzt die Nähe zu Bremerhaven ist für uns von großem Vor­­­­­­teil. Von dort ver­­schif­­fen wir unsere Fahrzeuge in alle Welt. Darüber hinaus kamen allein im ver­­gang­­enen Jahr weit mehr als 30.000 Kun­­den in die Hanse­­stadt, um ihr neues Fahr­­zeug in unserem Kundencenter ab­­zu­­­­holen.

Das Herz des Bremer Automobilbaus sind jedoch die Menschen, die hier Tag für Tag jeden Pkw mit so viel Lei­­den­­schaft bauen, als wäre es ihr eigener. Ich bin mir sicher, dass wir mit dieser Mann­­schaft die Erfolgsgeschichte des Stand­­orts weiterschreiben.


Ausbildungsbeginn-Kopie
DSC_8001-KopieDer 1957 geborene Autor leitet seit 2010 das Bremer Werk der Daimler AG. Der gelernte Schreiner und studierte Holz- und Kunststoffingenieur war unter an­­de­­rem Geschäftsführer der Bruchsaler Daimler-Tochter HIB (Interieur-Produk­­tion). Seit 2003 ist Kellermann in leitender Position im Bremer Werk tätig. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne.