Andreas Heyer: Flugzeuge, Container und Wind – Gezielte Förderung im Fokus

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Bremen galt schon zu Aus­wan­de­rer­zeiten als das Tor zur Welt. Mehr als sie­­ben Millionen Menschen sind zwischen 1830 und 1974 über Bremer­­haven mit dem Schiff Richtung Ame­­ri­­ka ausgewan­­dert. Auch heute ist Bremen ein Tor zur Welt. Mit rund 540.000 Ein­­wohnern zählt Bremen zu den zehn größten Städten Deutschlands und ist gerade mal 60 Kilo­meter von der Nord­­see entfernt. Die direkte Lage an der Weser, die optimale Anbindung an die Autobahnen A1 und A27 sowie an die Schiene, der Container­­ter­­minal Bremer­­haven und der City Airport Bremen – zusammen ergibt das eine ideale Kom­­bination für einen starken Wirt­­schafts­­­standort im Nordwesten. Nir­­gendwo anders findet man in Deutsch­­land einen internationalen Flughafen, der so nah an der Innenstadt liegt. Jedes Jahr werden rund 2,6 Millionen Business- und Urlaubsreisende gezählt, die eine der mehr als 40 Verbindungen ab oder nach Bremen nutzen.

Von der guten Anbindung profitieren auch die Unternehmen unserer drei Inno­­vationscluster, die wir in Bremen be­­sonders fördern. Die Luft- und Raum­­fahrtbranche zählt zu den Zukunfts­­branchen der Stadt. Bremen ist nach Hamburg der zweitgrößte Standort von Airbus in Deutschland. Rund 3.200 Be­­schäftigte arbeiten auf dem Werks­­gelände in der Airport-Stadt, ein Schwer­­punkt ist die Entwicklung, Konstruktion und Produktion von Hoch­auf­triebs­sys­temen für die Tragflächen fast aller Airbus-Programme. Auch in der Raum­­fahrt hat sich Bremen zum anerkannten Standort für Raumtransport, bemannte Raumfahrt und Robotik entwickelt: So wurden beispielsweise das Spacelab, das Weltraumlabor Columbus und die Raumtransporterreihe ATV bei Astrium in Bremen entwickelt und gebaut. Die OHB AG mit insgesamt rund 2.200 Mitarbeitern steht vor allem für Ent­­wicklung und Bau von Satelliten.


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Ein weiteres Cluster ist die maritime Wirtschaft und Logistik. Häfen, See­­güterumschlag, Transport und Logistik sichern direkt und indirekt die Beschäf­­tigung von rund 115.000 Menschen. In Bremerhaven – an der längsten see­­was­­sertiefen Kaje der Welt – werden rund 80 Prozent des Frachtauf­kom­­mens um­­geschlagen, insbesondere Con­­tai­ner (5,9 Millionen TEU in 2011). Der Anteil der stadtbremischen Häfen be­­steht vor allem aus Stück- und Schwer­­gut (Stahl, Holz) sowie Massengütern (Erze, Kohle und Getreide). In der Lo­­gistik sind in Bremen mehr als 1.000 Unter­­nehmen tätig. Eines davon ist die BLG Logistics Group, die unter anderem eines der größten und modernsten Hoch­­­regal­­lager Europas mit rund 200.000 Palettenstellplätzen in Bremen exklusiv für Tchibo betreibt.

Für die Windenergie ist in den vergan­­ge­nen zehn Jahren ein Zentrum ent­­stan­­den: Mehr als 150 Unternehmen und Insti­­tu­tionen, die zu den Schritt­­machern der Branche zählen, haben hier ihren Sitz, Forschung und Fer­ti­gung kooperieren eng miteinander. Bremer­­haven soll zu einem der führenden Kom­pe­tenz­­zentren der Offshore-Windenergie ausgebaut wer­den, bis heute entstanden in dem Bereich mehr als 1.800 Arbeits­­plätze – Tendenz steigend. So gibt es an der Wesermündung Test­­stand­­orte für Offshore-Anlagen und spätestens 2015 soll der neue Offshore-Terminal bereitstehen.

Die WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH unterstützt, berät, fördert und be­­gleitet Unternehmen und Insti­­tu­tio­­nen, die sich in Bremen ansiedeln oder ver­­größern wollen. Bremen ist ohne­­hin als die Stadt der kurzen Wege bekannt – und mit der WFB werden sie sogar noch kürzer. So stehen Wirtschafts­­för­derer als zentrale Ansprechpartner für alle Belange zur Verfügung, unterstützen zum Beispiel bei behördlichen Geneh­­mi­­gungsverfahren, bei der Erschlie­­ßung von Gewerbeflächen oder bei der Ver­­mitt­­lung von Gewerbeimmobilien und beraten bei der Investitions-, Mittel­­stands- oder Gründungsförderung.

Die Konzentration der Förder­aktivi­tä­ten auf drei Innovationscluster unterstützt die Kompetenzen der bremischen Wirt­­schaft effektiv und fördert deren Ent­­wicklung. Neben der Luft- und Raum­­fahrt stehen die Cluster Windenergie und maritime Wirtschaft und Logistik im Fokus.

Das Bremer Airbus-Werk liefert vollausgestattete Flügel und Landeklappen/Höhenruder-Systeme zur  End­fertigung nach Toulouse und Hamburg.

Das Bremer Airbus-Werk liefert vollausgestattete Flügel und Landeklappen/Höhenruder-Systeme zur
End­fertigung nach Toulouse und Hamburg.

Mit einer gezielten Inves­­­ti­­tions­för­de­rung unterstützen die Bremer Wirt­schafts­för­­­­derer und ihre Tochtergesellschaft, die Bremer Aufbau-Bank GmbH (BAB), ge­­mein­­sam Unternehmen mit attraktiven Pro­­grammen: für vorhandene Be­­triebe, für Existenzgründer und für „Neu-Bremer“. Von der Unterstützung für die Markt­­ein­­führung neuer Produkte über Hilfe bei der Modernisierung be­­trieb­licher Infra­­strukturen und Wachstums­­­finan­­zie­­rungen für mittelständische Be­­triebe bis hin zur Teilnahme an internationalen Messen – die Förder­­mög­lich­­­keiten durch die Freie Hanse­stadt Bremen sind vielfältig.

Die BAB fungiert dabei als Förderbank des Landes Bremen und finanziert in enger, wettbewerbsneutraler Partner­­schaft mit den örtlichen Banken und Sparkassen alle Arten wirtschaftlicher Aktivitäten, die im Interesse des Bun­­des­­­­­landes Bremen liegen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen können von den Fördermaßnahmen der Bremer Auf­­­­bau-Bank profitieren. Vor allem in kritischen Phasen wie Gründung, Wachs­­­­tum, Um­­strukturierung aber auch Kon­­­­so­­li­­die­­­­­rung oder Sanierung ergänzt die Aufbau-Bank mit Krediten, Betei­­li­gun­­gen oder Bürgschaften das Engage­ment der Hausbanken.

Heyer_WFB_Andreas_14-KopieDer gelernte Bankkaufmann arbeitete für die Sparkasse Nienburg, ab 1993 als stellvertretender Bank­abtei­lungs­leiter der Norddeutschen Landesbank in Hannover und ab 2000 als Direktor der Sparkasse Hannover. Bevor er 2009 als Vorsitzender der Geschäftsführung bei der WFB Wirt­­schaftsförderung Bre­­men GmbH einstieg, hatte er bereits ein­­schlägige Erfahrung als CEO der hanno­­verimpuls GmbH gesammelt.