Andreas Bausewein: Erfurt – Politisches und wirtschaftliches Zentrum

altstadt_nuernberg-luftbild_hajo-dietzDie dynamische Entwicklung der Thüringer Landeshauptstadt zeigt sich in vielen Bereichen: Erfurt wächst, sowohl in Bezug auf die Einwohner, als auch in Bezug auf die Wirtschaft. Neue Unternehmen siedeln sich an und schaffen Arbeitsplätze. An Universität und Fachhochschule studieren gut 10.000 junge Menschen und beleben die Stadt mit ihren kreativen Ideen. 2017 wird Erfurt zu einem der wichtigsten Knotenpunkte für die Deutsche Bahn. Als großes Potenzial für die Stadtentwicklung gilt nicht nur die rund um den Hauptbahnhof entstehende ICE-City, sondern auch die Bundesgartenschau 2021. Beide Projekte sollen nachhaltig die positive Entwicklung der Stadt fortschreiben.

Lagegunst und Erreichbarkeit sind zwei Aspekte, von denen Erfurt maßgeblich profitiert. Gelegen am Kreuz­­ungs­­punkt zweier alter Handelsstraßen, hat dies die Entwicklung der Stadt Erfurt schon von jeher positiv beeinflusst. Heute ist die Ver­­kehr­s­infrastruktur rund um die Landes­haupt­stadt in einem hervor­­ra­genden Zustand und sorgt dafür, dass Erfurt schnell und un­­kom­pliziert erreichbar ist; sei es über den ICE-Bahnhof, die ex­zellente Autobahnanbindung oder den internationalen Verkehrsflughafen.

Als wichtiger Bestandteil des „Verkehrsprojekt Deutsche Ein­­heit 8“ verfügt Erfurt seit Dezember 2015 über eine neue Hoch­­geschwindigkeitsstrecke nach Berlin, 2017 folgt der Ab­­schnitt nach München. Verkürzte Fahrzeiten und optimal abgestimmte Fahrpläne machen Erfurt als Standort für Meetings, Tagungen und zentrale Unternehmensdienst­leis­­tungen noch attraktiver.

Die Lebensqualität der Landeshauptstadt wirkt anziehend. Egal ob als Tourist, Student, Investor oder Einwohner – Erfurt ver­­­­zaubert mit Thüringer Charme und weltoffener Freund­­l­ich­­keit. Erfurt ist eine der wenigen Städte des Frei­­staates, die kontinuierlich wächst. Jährlich mehr als 10.000 vor allem junge Men­schen wählen Erfurt als neuen Lebens­­mittelpunkt. Mit einem lebendigen Flair und selbstbewussten, engagierten Bürgern bietet Erfurt alles, was man von einer Landes­haupt­­­stadt er­­­­wartet: Eine reizvolle und bewegte Ver­gan­gen­­heit, eine traum­­hafte Architektur, eine über Jahr­­hunderte ge­­wachsene Kultur­­land­­schaft, ein reiches Angebot an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, modernste Sport­­ein­­rich­tungen und vor allem Perspektiven für jeden, der sich niederlässt.

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An Universität und Fachhochschule sind gut 10.000 Stu­dierende eingeschrieben. Gemeinsam mit den Lehrkräften bringen sie neue Ideen, studentisches Leben, internationale Verbindungen und Forschergeist in die Stadt. Enge Verzahnungen zu Forschung und Entwicklung sichern Unternehmen die Wettbewerbsfähigkeit auf dem nationalen und internationalen Markt. Forschungsinstitute am Standort Erfurt ver­­kürzen den Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.

Mit der ICE-City Erfurt, einem modernen Ort zum Arbeiten, Tagen und Wohnen, entsteht im direkten Umfeld des Erfurter Hauptbahnhofes ein komplett neues Stadtquartier. Auf einer Fläche mit der Größe von 30 Fußballfeldern sollen Hotel- und Tagungsflächen, flexibel nutzbare Büro- und Gewerbe­flächen, Restaurants, Freizeiteinrichtungen, kleinteilige Laden­­einheiten, hochwertiger Wohnraum sowie großzügige Park- und Grünflächen entstehen. Damit bietet die ICE-City In­­vestoren und Projektentwicklern, die auf beste Erreichbarkeit und ein attraktives Umfeld setzen, erstklassige Aussichten.

Logistikzentrum im Herzen Europas: Schnelle ICE-Ver­bin­dungen, die exzellente Anbindung an das Autobahnnetz und der Flughafen Erfurt-Weimar sorgen für kurze Wege innerhalb Deutschlands und Europas. Im „Güterverkehrszentrum Erfurt“ (GVZ) ermöglicht ein hochmodernes Bahnterminal die schnelle und einfache Verknüpfung von Straße und Schiene. Insgesamt versorgen von Erfurt aus mehr als 70 Unternehmen ihre Kunden mit logistischen Dienstleistungen – von der Zusam­men­führung, Lagerung, Kommissionierung bis hin zur Verteilung von Waren.

Von der Mikroelektronik zum Hightech-Standort. Noch im 20. Jahrhundert bestimmte die Mikroelektronik das Wirt­schafts­­profil der Stadt. Bis heute entwickelten sich daraus Unternehmen, die auf den Gebieten der Mikrotechnologie, Sensorik und IT erfolgreich sind. Insbesondere im Erfurter Südosten sind zahlreiche Hochtechnologieunternehmen be­­heimatet. Die Landeshauptstadt setzt auf Zukunfts­tech­no­­logien des 21. Jahrhunderts. Das Forschungs- und Indus­trie­­zen­­trum Erfurt-Südost (FIZ) hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Hightech- Standort und Kompetenzzen­trum der Mikro­­elektronik und Mikrosystemtechnik entwickelt. Das Gewerbe­gebiet ist aber auch Heimat des An­­wendungszentrums Mikro­­system­technik, das Firmen­gründungen unterstützt und mit dem IMMS und dem CiS zwei Forschungsein­rich­tungen beherbergt.

Die Thüringer Landeshauptstadt ist ein junger, innovativer Medienstandort, der die Medienlandschaft richtungweisend bereichert. So findet beispielsweise das IOSONO-Sound­sys­tem von hier aus seinen Weg in die Welt. Mit der Abteilung Kinder­­medien des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medien­tech­nologie ist auch die Forschung in Erfurt zu Hause. Überhaupt haben die Kindermedien großes Potenzial und einen ganz besonderen Stellenwert in der Landeshauptstadt. Der KiKA, der Kinderkanal von ARD und ZDF, das Landes­funk­­haus des Mitteldeutschen Rund­­funks (MDR) und der Studio­­park KinderMedienZentrum bilden den Kern der Branche in Erfurt. Viele junge Unter­­nehmen – auch außerhalb des Zentrums – nutzen diese deutschlandweit einmalige Infrastruktur, allen voran die Kinderfilm GmbH, deren Produktionen mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurden.

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Maschinen- und Anlagenbau sowie Gartenbau sind ebenso Branchen mit langer Tradition. Seit Ende des 19. Jahr­hunderts werden vor Ort Spezialmaschinen ge­­fertigt; heute sind es vor allem Pressen, Pumpen und Generatoren. Wegweisend sind das Generatorenwerk der Siemens AG und die Schuler Pressen GmbH, einer der zentralen Produktions- und Service­­standorte des Schuler Konzerns, welche die ausgezeichnete Infra­struk­­tur und das gut ausgebildete Fachpersonal zu schätzen wissen und selbst als Ausbilder und zuverlässiger Arbeit­­­­geber in Erscheinung treten.

Tief verwurzelt mit der Stadt ist der erwerbsmäßige Gartenbau, welcher auf eine über 300-jährige Geschichte zurückblickt. Auf den mittelalterlichen Waidanbau folgten ab dem 19. Jahr­hundert die Zucht und der Handel mit Blumen- und Gemüse­samen, die Erfurt als Gartenstadt weltbekannt machten und den Beinamen „Blumenstadt“ einbrachten. Im Rahmen der Bundesgartenschau 2021 wird Erfurt an diese Tradition als „GartenKulturStadt“ anknüpfen.

Tourismus mit vielen Facetten. Wer einmal in Erfurt zu Besuch war, weiß, warum der Tourismus zu einem be­­achtlichen Wirtschaftsfaktor für Erfurt wurde. Besucher aus aller Welt haben die Stadt bereits kennengelernt, ihre Zahl hat sich in den vergangenen 15 Jahren auf mehr als elf Millionen Gäste pro Jahr verdoppelt. Mit 809.300 Übernachtungen konnte im Jahr 2015 ein neuer Spitzenwert erreicht werden, der die konstant positive Entwicklung der letzten Jahre bestätigt. Alles in allem sichert und schafft der Wirtschaftsfaktor Tourismus rund 15.000 Arbeitsplätze.

Die Landeshauptstadt besticht dabei nicht nur mit ihrer Ge­­schichte und Architektur – hier sei insbesondere auf Per­­s­önlichkeiten wie Martin Luther, auf das lebendige jüdische Erbe oder architektonische Hingucker wie die Krämer­brücke hingewiesen –, sondern tritt auch als moderner Ta­­gungs- und Kongressstandort in Erscheinung. Mit der Ent­­wicklung der ICE-City und der Fertigstellung der Multi­funk­tionsarena wird dieser Tourismuszweig weiter gestärkt werden.

Die Thüringer Landeshauptstadt ist das wirtschaftliche und politische Zentrum des Freistaates. Von Erfurt aus werden die politischen Geschicke des Freistaates Thüringen gelenkt. Die Wirtschaft steht auf einem breiten Fundament aus verschiedenen Branchen. Etwa 14.000 Unternehmen beschäftigen mehr als 140.700 Menschen. Die Stadt ist liebens- und lebenswert, das hat sich herumgesprochen – viele junge Menschen ziehen hierher. Die Potenziale der Stadt sind immens. Sie zu nutzen und weiter auszu­­bauen ist unser oberstes Anliegen.

ob_bausewein_bruehlAndreas Bausewein
Andreas Bausewein (Jahrgang 1973) ist seit Juli 2006 Oberbürgermeister der Landes­hauptstadt Erfurt. Er studierte Pädagogik an der Fachhochschule und der Universität Erfurt. Nach Berufsjahren als Sozialpädagoge beim Berufsfortbildungswerk (bfw) in der JVA Tonna und als Qualifizierungskoordinator beim DGB Thüringen in Erfurt, wurde der Sozialdemokrat 2004 in den Landtag des Freistaates Thüringen gewählt.