Alexandra Lechner, Albrecht Haag, Gregor Schuster & Rüdiger Dunker: Fotografie als Erlebnis

Fotografen haben im Jahr 2004 den Grundstein für ein internationales Festival geschaffen, das sich inzwischen als eines der wichtigsten deutschen Fotoereignisse eta­­b­­liert hat: die Darmstädter Tage der Fotografie. Seitdem verwandelt sich die Stadt jedes Jahr erneut zu einem bunten Ausstellungsort für visuell Interes­­sierte. Dem zugrunde liegt die Idee der „Konzentration und Bege­­gnung“. Die Ausstellungen und das Gesamt­pro­­gramm an verschiedenen Orten der Stadt laden zu einem Rundgang ein.

Fokussiert auf ein Thema, versteht sich das Festival als Seismograf zeitgenössischer Fotografie, der sowohl international etablierten Fotokünstlern als auch künst­­leri­­schem Nachwuchs die öffentliche Auseinan­der­setzung und den persönlichen Austausch über das Werk er­­möglicht. Damit gelingt es dem Event, in einer einzigartigen Dichte zahlreicher über das Festival­­wochen­­ende verteilter Aktionen, ein Schwerpunkt­thema aus unterschiedlichen Perspektiven zu be­­leuchten und dem inter­­disziplinären Diskurs über Fotografie ein Forum zu bieten, das den Besucher aktiv mit einbezieht.

 

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So vermag der Besucher sich dem Thema und der Foto­­grafie über diverse Ausstellungen, Diskussionen oder ein Symposium zu nähern und in einen offenen Dialog mit den anwesenden Fotokünstlern und Referenten aus Gesellschaft, Kunst und Wissenschaft zu treten. Der zeitliche Rahmen eröffnet einen Raum für Begegnungen, Intensität und Lebendigkeit. Sind es doch oftmals gerade die Begegnungen zwischen den Bildern, die den be­­sonderen Charme des Festivals ausmachen und von den Besuchern wie den Künstlern geschätzt werden.

Die stetig wachsende Beliebtheit des Festivals schlägt sich auch in der steigenden Anzahl eingesandter Foto­­­­beiträge nieder, die über eine international publizierte Aus­­schreibung für die Teilnahme am Rahmen­programm eingereicht werden.
Unter den zahlreichen Bewerbungen wählt eine Jury rund 35 Arbeiten aus, die in ihrer künstlerischen Qua­lität den Exponaten renommierter Foto­­künstler aus dem Hauptprogramm in nichts nach­stehen. In der Konvergenz beider Programme fördert das Festival bewusst den Kontakt unter den Fotografen.

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Eine Anerkennung und ein mögliches Sprungbett für die Künstler bietet der jährlich unter den Rahmen­pro­gramm-Teilnehmern vergebene und mit 5.000 Euro dotierte „Merck-Preis der Darmstädter Tage der Foto­­grafie“, mit dem die Jury als „Best of Show“ die konsequenteste fotografische Umsetzung des Themas kürt.

Es ist dem ehrenamtlichen Engagement der Initiatoren und dem breiten Zuspruch aller Interessierten, die sich von Bildern überraschen, bewegen und faszinieren lassen wollen, zu verdanken, dass das Festival zu einer festen Größe im Darmstädter Kulturkalender avancieren konnte. Mit dem Schauraum im Literaturhaus Darmstadt ist seit dem Frühjahr 2010 eine Präsenz in der Stadt über das Festival hinaus möglich. Dort finden Ausstellungen und Veranstaltungen mit und über Fotografie statt. Das umfangreiche Künstler-Archiv auf der Website des Festivals und die Publikationen zu den Veranstaltungen dokumentieren die aktuelle künstlerische Foto­­­grafie in Deutschland sowie darüber hinaus.

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Von links nach rechts: Gregor Schuster, Albrecht Haag, Alexandra Lechner, Rüdiger Dunker, Ute Noll, Prof. Dr. Kris ScholzDie vier selbstständigen Fotografen Alexandra Lechner, Albrecht Haag, Gregor Schuster und Rüdiger Dunker bil­­den den Vorstand des Darmstädter Tage der Foto­grafie e.V. Mit dem Ziel, in anspruchsvollen Fotografie­­ausstel­lun­gen junge, noch ungesehene Künstler zu präsentieren, initiierten sie das Festival im Jahr 2004 das erste Mal. Auswahlkriterium hier­­­­bei: Bilder, die überraschen, faszi­­nieren, anregen – und sich mit dem Jahresthema aus­­einandersetzen. Eingeladen und juriert wird das Programm im Team von den vier Initiatoren der Darmstädter Tage der Fotografie zusammen mit Ute Noll (On-Photography.com) und Prof. Dr. Kris Scholz von der Hochschule Darmstadt.