Afghanischer Botschafter und Experten diskutierten über Wirtschaftsstandort Afghanistan

Am 14. September 2012 präsentierte der Europäische Wirtschafts Verlag – im Auftrag der Bundesregierung und in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) – ein Buch und ein Internetprojekt über den „Wirtschaftsstandort Afghanistan“. Mittelpunkt der Veranstaltung waren verschiedene Fachvorträge von renommierten Afghanistan-Experten.

 

Afghanistan begegnet den meisten Menschen in den Medien nur im Zusammenhang mit der dortigen Sicherheitslage. Nur wenige wissen, dass Afghanistan seit Jahren ein Land des wirtschaftlichen Wachstums ist. Zahlreiche deutsche Unternehmen investieren bereits am Standort Afghanistan. Die wachsende Infrastruktur ist schon heute eine gute Grundlage für weitere Investitionen. Diese positiven Fakten über den Standort anschaulich darzustellen, ist das Ziel des Medienprojektes „Wirtschaftsstandort Afghanistan“. Mit Buch und Internetauftritt soll es deutschen Unternehmern dabei helfen, die Vorzüge Afghanistans kennen zu lernen. Es beinhaltet wichtige Kontakte zu Ansprechpartnern, die bezüglich einer Investition kompetent beraten können.

 


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Im Rahmen eines „Wirtschaftsdialoges 2012“ stellte Verleger Christian Kirk das Buch „Wirtschaftsstandort Afghanistan – Chancen und Perspektiven eines Landes“ vor, das im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) realisiert wurde.

 

Nach einem unterhaltsamen Auftakt mit afghanischer Musik wurden die über 60 Gäste aus Wirtschaft und Wissenschaft von Herrn Kirk begrüßt. Er hob die Besonderheit des Projektes hervor, das sich aufgrund der krisenbehafteten Vergangenheit Afghanistans deutlich von anderen Standortmarketingprojekten abhebt. Zudem handle es sich bei dem Buch „Wirtschaftsstandort Afghanistan“ weltweit um die erste Veröffentlichung dieser Art. Nachdem Afghanistan jahrzehntelang von Krieg und Zerstörung geprägt war, sei es dennoch seit Jahren auch ein Land des wirtschaftlichen Wachstums. Dies wird in den vorgestellten Medien anschaulich dargestellt.

 

Auch der afghanische Botschafter Prof. Dr. Abdul Rahman Ashraf, hieß die Teilnehmer des Wirtschaftsdialoges herzlich willkommen. Er freue sich sehr über die Einladung nach Darmstadt und die Gelegenheit, in diesem Rahmen über sein Land zu sprechen. Er lobte die über 100-jährige Freundschaft zwischen Deutschland und Afghanistan. Von den Deutschen sei immer viel Unterstützung gekommen. Unter anderem kam die erste Entwicklungshilfe in Afghanistan aus Deutschland. Deutsche Unternehmen hätten nun die Chance in Afghanistan zu investieren und sie würden als Familie gesehen, dies hat Deutschland anderen Ländern voraus.

 

Dr. Klaus Hachmeier vom BMWi berichtete über die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen sowie die Aktivitäten des BMWi. Er betonte, dass der Aufbau der Infrastruktur noch über die nächsten Jahre andauern und sicher auch die Wirtschaftslage zu einem großen Teil dominieren werde. In den Bereichen Straßenbau, Telekommunikation und Energie bestehe für Investoren weiterhin großes Potenzial.

 

Für das BMZ erläuterte Martina Vatterodt in ihrem Redebeitrag Ziele und Aufgaben des Ministeriums am Standort Afghanistan. Sie äußerte sich lobend zu dem gemeinsam produzierten Buch: „Wir haben gemeinsam mit Herrn Kirk ein ganz tolles Buch erarbeitet, das den großen Facettenreichtum dieses Landes darstellt sowie fundiert über Afghanistan informiert. Es zeigt, wie viel Potenzial dieses Land hat.“

„Afghanistan ist ein tolles Land; ein Land mit vielen Wachstumsbranchen, zum Beispiel im Logistikbereich oder in der Bauwirtschaft, da gibt es eine hohe Nachfrage. Die afghanische Bevölkerung ist gegenüber deutschen Unternehmern und Unternehmerinnen sehr positiv eingestellt.“, so Liane Hryca von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, GIZ. Sie bestätigte zudem ihre Freude darüber, dass in Deutschland eine Veranstaltung über den Wirtschaftsstandort Afghanistan stattfinde. Sie würde sich wünschen, dass noch mehr Veranstaltungen dieser Art durchgeführt werden, weil Afghanistan ein sehr interessanter Wirtschaftsstandort sei.

 

In der Mittagspause, die für intensive Gespräche und gegenseitigen Informationsaustausch genutzt wurde, stand für die Gäste ein reichhaltiges Buffet mit afghanischen Spezialitäten bereit. In der zweiten Hälfte des Programms beschrieb Ulf Meyer-Scharenberg von der Fichtner Water & Transportation GmbH aus eigener Erfahrung die Herausforderungen und Lösungsansätze für Geschäfte in Afghanistan.

 

Bei internationalen Investitionen muss das Steuerrecht des entsprechenden Landes unbedingt berücksichtigt werden, dies erklärte Rolf Link von der Kanzlei Pfeiffer Link & Partner. Ein Doppelbesteuerungsabkommen wurde in Afghanistan noch nicht verabschiedet. Grundstücke können von Investoren nicht gekauft, sondern lediglich gepachtet werden, allerdings mit großzügigen Zeiträumen.

 

Um die von der Bundesregierung finanzierten Infrastrukturprogramme der KfW in Afghanistan sowie die damit bedienten Herausforderungen ging es in dem Vortrag von Michael Gruber von der KfW-Entwicklungsbank. Er selbst lebte einige Jahre in Afghanistan und freute sich über die Aktivitäten der Bundesregierung zum Ausbau und zur Stärkung des Landes.

 

Im Anschluss an die Vorträge diskutierten die Teilnehmer und Experten unter anderem über die Sicherheitslage in Afghanistan und die Risiken und Chancen für Unternehmer, die vor Ort tätig werden möchten, die logistischen Anbindungen sowie die akademische Ausbildung der jungen Afghanen. Bei musikalischer Untermalung ließen Veranstalter und Teilnehmer das Event ausklingen.

 


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Der „Wirtschaftsdialog 2012“ stellte eine Informationsplattform für deutsche Unternehmer dar. Der Event bot den Gästen die Möglichkeit, in einem exklusiven Teilnehmerkreis zielorientiert Kontakte zu knüpfen und auszubauen. Das in Kooperation mit BMZ und BMWi entstandene Buch „Wirtschaftsstandort Afghanistan“ belegt die Chancen und Perspektiven des Standortes und ist somit eine optimale Informationsquelle für Investitionen in Afghanistan. Es stellt für Investoren eine wichtige Grundlage zur Entscheidungsfindung dar.

 

Das Buch „Wirtschaftsstandort Afghanistan“ ist beim Europäischen Wirtschafts Verlag und der GIZ erhältlich. Weltweit sind die zweisprachigen Projekte über das Business-Portal www.ebn24.com kostenfrei abrufbar.